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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig

 

Die Geschichte des Feuerlöschwesens reicht bis in die Zeit 3.000 v.Chr. zurück. Die älteste Darstellung des Feuerlöschens befindet sich auf einem Alabasterrelief aus dem Jahre 850 v.Chr. aus dem Palast bei Niniveh. Darauf heißt es: "Assyrische Krieger, die eine Stadt belagern, löschen gegnerische Brandfackeln, welche ihre Kampfwagen zu entzünden drohen, mit Wasser aus großen Löffeln". Seit wann in der Gemeinde Kehrig der Feuerschutz geleistet wird, ist heute nicht mehr genau festzustellen. Es gibt eine Urkunde aus dem Jahre 1788, die sich im Landesarchiv Koblenz befindet, welche folgende Aufzeichnung über den Feuerschutz in der Gemeinde Kehrig enthält: " Das Dorf Kehrig, bei Mayen gelegen, verfügt über 33 Ledereimer und drei Einreißhaken als Schutz gegen die Feuersbrunst." Nach dieser Urkunde wird Brandschutz in Kehrig bereits seit über 200 Jahren betrieben, ohne daß ein Bestehen einer Feuerwehr nachgewiesen werden kann. Einen weiteren Nachweis über die Entstehung der Feuerwehr Kehrig ist in der Dorfchronik unter der Jahreszahl 1844 verzeichnet. Dieser lautet wie folgt: "Die Gemeinde baut das Spritzenhaus neben dem Brandweiher und erhält eine Spritze" Bei diesem Spritzenhaus handelt es sich um das Gebäude neben dem früheren Gemeindeschuppen am Buhr. nach oben Die nächsten Aufzeichnungen wurden erst wieder im Jahre 1942 gefunden. Da die Gemeinde Kehrig noch nicht über eine Wasserleitung verfügte, wurden 1942 Brandweiher angelegt. Diese befanden sich; zwei Stück Im Peschen, in der Nähe der Kohlrabienwäsche, einer in der Mayener Strasse und einer auf dem Linacker. Diese Brandweiher hatten sich aber ein Jahr später als unzulänglich erwiesen. Daraufhin hat der Luftschutzleiter das Füllen der leeren Futtersilos der Landwirte mit Wasser befohlen. Am 20. Juli 1944 gegen 20.00 Uhr fand die erste Probe-Alarm-Übung der Feuerwehr Kehrig statt. Knapp 5 Monate später, am 13. Dezember 1944 gegen 9.00 Uhr , hatten die Feuerwehrmänner ihren ersten größeren Einsatz. Ein Panzerwagen mit Munition der in die Scheune des Anwesens Johann Kreuter in der Kirchgasse 140 untergestellt war, explodierte. Durch die Hilfe der Feuerwehren aus Allenz, Monreal, Andernach und Koblenz konnte der Brand erst gelöscht werden. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Gemeinde Kehrig voll in das Kriegsge-schehen mit einbezogen. Am 7. März 1945 gegen 10.00 Uhr marschierten die amerikanischen Streitkräfte auf Kehrig zu. Da Kehrig aber von einem Teil der deutschen Wehrmacht verteidigt wurde, kam der Ort unter den Beschuß der Amerikaner. Dabei gingen 18 Scheunen in Flammen auf und mehrere Wohnhäuser wurden stark beschädigt. Dies wird wohl der größte Einsatz der Feuerwehr Kehrig in der Geschichte bis heute gewesen sein. nach oben Nach dem zweiten Weltkrieg wurde nach einer Neugründungsversammlung, am 15. März 1953, die geordnete Feuerwehrarbeit wieder aufgenommen. Das Protokoll der Versammlung lautet wie folgt: Neugründung der Freiwillige Feuerwehr am 15. März 1953 in der Wirtschaft Martin Martini. Brandmeister Nikolaus Martini eröffnete die erste Versamm-lung nach dem Kriege, mit dem Wehrspruch " Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" Tagesordnung: Punkt 1: Wahl des Stellvertretenden Brandmeisters. Es wurde Schmiedemeister Josef Fuhrmann gewählt. Punkt 2: Wahl des Schriftführers. Es wurde Johann Kolligs gewählt. Punkt 3: Wahl des Kassierers. Es wurde Sebastian Kaifenheim gewählt. Punkt 4: Einteilung der Wehr: Schlauchmann an der Spritze Franz Martini. Saugleitung Röser Josef, Schmitz Walter, May Aloys. Schlauchleitung: Kaifenheim Sylvester, Faber Konrad, Michels Fosef, Kaifenheim Sebastian, Hürter Josef, Wierschem Heinrich, Ackermann Josef, Kaul Peter, Simonis Heinrich. Strahlrohr: Kaifenheim Martin, May Johannes. Zum Sanitäter wurde Josef Röser bestimmt. Es wurde durch den Brandmeister Martini der Besuch des Kreisfeuerwehrfestes am 21.06.1953 bekannt gegeben und gebeten, sich zahlreich daran zu beteiligen. Die Übungen finden an jedem ersten Sonntag im Monat statt. Der Brandmeister schloß die Versammlung und dankte allen. nach oben Am 19. April 1953 wurden bei der Feuerwehr Kehrig 26 aktive Mitglieder gezählt. Für das Jahr 1953 wurden damals 3 Übungen festgelegt. Im Jahre 1954 löste der Feuerwehrmann Aloys May, den aus Altergründen ausge-schiedenen Oberbrandmeister Nikolaus Martini ab und wurde neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig. Für das Jahr 1955 standen dann bereits schon 9 Übungen auf dem Terminkalender der Wehrmänner. In diesem Jahr wurde mit dem Bau eines Hochbehälters begonnen und Kehrig erhielt eine Wasserleitung durch den Ort. Um die bei Übungen und Einsätzen naß gewordenen Schläuche besser und auch schneller trocknen zu können, wurde 1956 ein Baumstamm, mit einer Seilwinde, auf dem Buhr aufgestellt. Mit der Zeit wurde dieser Baumstamm durch einen Eisenmast ersetzt. Der Kassenbestand der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig wies 1960 erstmalig einen Guthaben von 100,-- DM aus. Dies wurde bei der Jahreshauptversammlung am 9. Januar 1960 wie folgt beschrieben: Kassenbericht: Der Kassenbericht bot einen erfreulichen Bestand von 100 DM. Der von der Gemeinde für die Kameradschaftskasse zum Wohl der Wehrmänner gestiftet wurde. Es konnte jeder Anwesende mit zwei Würstchen bedacht werden. Weil sechs Wehrmänner nicht erschienen waren, wurden 6 Würstchen versteigert und brachten einen Erlös von 13,70 DM. Auch in der Öffentlichkeit war die Feuerwehr Kehrig in den früheren Jahren sehr aktiv. Seit 1950 bis heute beteiligt sich die Wehr an dem alljährlichen Martinszug. Bei dem Karnevalsumzug in Kehrig im Jahre 1960 waren die Wehrmänner mit einem Prunkwagen beteiligt. nach oben Auf dem Kreisfeuerwehrwettbewerb im Jahre 1964 nahmen die Wehrmänner aus Kehrig erstmals an einem Wettbewerb teil. In den darauffolgenden Jahren konnte die Feuerwehr Kehrig des öfteren ihr Können vorführen und auch oft Preise erringen. Um die Schlagkraft der Wehr Kehrig zu verbessern, erhielt die Wehr am 17. August 1965 ihr erstes Feuerwehrauto, einen TSF Marke Ford TT 1250. Dieser ersetzte den bis dahin im Dienst gewesenen Feuerwehranhänger, welcher von einem Traktor gezogen werden mußte. Das neue Fahrzeug wurde in das Ende 1964 fertiggestellte neue Feuerwehrgerätehaus Im Peschen untergestellt. Hier hatten die Wehrmänner damals endlich genügend Platz für ihre Ausrüstung. Dieses Fahrzeug wurde dann noch mit zwei Lautsprechern, einen Tonband und einem Radio ausgerüstet und diente der Gemeinde damals für Durchsagen von Gemeinde-nachrichten. Zu ihren ersten Brandeinsatz mit dem neuen Feuerwehrauto fuhren die Wehrmänner am 16. September 1965. Bei diesem Einsatz hatten die Wehrmänner noch etwas Schwierigkeiten mit der Ausstattung und der Größe des neuen Fahrzeuges, wie folgender Bericht zu erkennen gibt: Brand eines Getreideschobers Am 16.9.65 um 14.45 Uhr heulte die Sirene dreimal. Ein Brand!. Manfred Fuhrmann und Hermann May waren zuerst am Gerätehaus. Die Türen auf und nichts wie rein in die Kiste. Das Martinshorn und das Blaulicht an und dann mit Vollgas zur Brandstelle. Das Feuer war durch spielende Kinder mit Streichhölzer entstanden. Inzwischen wußten auch die meisten Dorfbewohner, wo das Feuer sich entfaltet hatte, in der Polcher Strasse, hinter dem Haus von Ernst Kolligs, auf dem Dreschplatz. Drei Schober standen in Flammen und es drohte auf die anderen überzugreifen. Es waren inzwischen noch mehrere Feuerwehrkameraden eingetroffen. Da gingen die Türen auf und die Maschine wurde herausgenommen und aufgestellt. Dann wollte man die Schläuche ausrollen, aber oh Schreck, es waren keine im Auto. Also nichts wie rein und ab wie die Post zum Spritzenhaus, die Schläuche rein und wieder zurück. Diese hatten die beiden Feuerwehrkameraden in der Eile vergessen. Doch das Feuer konnte trotz dieses Mißgeschickes unter Kontrolle gebracht werden. Bei diesem ersten Einsatz mit dem neuen Feuerwehrauto kam es nebenbei auch noch zu einem Verkehrsunfall. Durch nicht genügendes Aufpassen beim Rückwärtssetzen, fuhr durch das Verschulden des Fahrers das neuen Auto auf einen anderen auf. Der Sachschaden war nicht gerade gering an dem zweiten Fahrzeug. An unserem mußte eine neue Tür eingesetzt werden. Doch Hauptsache, der Brand war gelöscht. Allen beteiligten Feuerwehrmänner wurde nachher noch eine Flasche Bier für Ihre Bemühungen ausgegeben." nach oben Im Jahre 1966 wurde der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig, Oberbrand-meister Aloys May, zum ersten Wehrleiter der Verbandsgemeinde Mayen - Land (heute Vordereifel) gewählt. Die Freiwillige Feuerwehr Kehrig verfügte im Jahre 1967 über 25 aktive Feuerwehr-männer. Da in dem neuen Feuerwehrauto nur für eine Stammbesatzung Platz war, wurde 1967 ein gebrauchter VW-Bus als Mannschaftstransportwagen angeschafft. Am 9.Januar 1982 wurde das im Jahre 1965 in Dienst gestellte Tragkraftspritzen-fahrzeug, Marke Ford, durch ein moderneres Fahrzeug vom Typ VW LT 31 ersetzt. Mit diesem Fahrzeug, dem VW-Bus und der vorhandenen Ausrüstung war es der Wehr möglich, einen ausreichenden Brandschutz zu gewähren. Auch konnten die Wehrmänner in Jahre 1982 sich über einen neuen Schulungs- und Versammlungsraum freuen. Hier hatten die Wehrmänner die frühere Wäscherei in der Schule in Eigenleistung umgebaut und hergerichtet. Im Jahre 1982 schied unser Wehrführer Aloys May aus Altergründen als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig und als Wehrleiter der Verbandsgemeinde Vordereifel aus. Neuer Wehrführer wurde der bis dahin stellvertretende Wehrführer Alfred May und neuer Wehrleiter wurde Heinz May aus Kottenheim. Neben den jährlichen Übungen stellte sich die Freiwillige Feuerwehr Kehrig am 5. Juni 1988 mit einem Tag der offenen Tür erstmalig der Dorfbevölkerung vor. Die 1965 angeschaffte Tragkraftspritze Typ TS 8 wurde im Jahre 1990 durch eine neue modernere Spritze Marke TS VOX 8/8 ersetzt. nach oben Eine gebrauchte Anhängeleiter erhielt die Wehr im November 1990. Diese mußte aus Platzmangel bei einem Feuerwehrkameraden in der Scheune untergestellt werden. Den Zuschlag, das Verbandsfeuerwehrfest 1992 der Verbandsgemeinde Vordereifel auszurichten erhielt die Wehr Kehrig. Diese Veranstaltung fand am 27. und 28. Juni 1992 in Kehrig statt. Da das Feuerwehrgerätehaus Im Peschen mittlerweile zu klein wurde und auch ungünstige Verkehrsverhältnise vorlagen, wünschten sich die Feuerwehrmänner schon lange eine neue Unterkunft. Durch einen glücklichen Zufall und durch die große Unterstützung der Ortsgemeinde Kehrig konnte 1992 eine frühere Autowerkstatt als neues Feuerwehrgerätehaus angemietet werden. Den kompletten Umbau zum heutigen Gerätehaus mit Schulungsraum und Sanitäreinrichtungen wurde in Eigenleistung von den Wehrmänner in vielen Stunden geleistet. Die angefallenen Kosten des Umbaus wurden durch die Ortsgemeinde getragen. Von dem gelungenen Umbau konnten sich am 2. Mai 1993, bei einem Tag der offenen Tür, alle überzeugen. An diesem Tag wurde auch der Feuerwehr Kehrig ein neues Mannschaftstransport-fahrzeug vom Typ Ford als Ersatzbeschaffung für den 1967 angeschafften gebrauchten VW-Bus, übergeben. Ein Wechsel an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr gab es zum 1.1.94. Für den ausgeschiedenen Wehrführer Alfred May, wurde der Feuerwehrkamerad Hermann Schwall zum neuen Wehrführer gewählt. Neben dem Brandschutz und der allgemeinen Hilfeleistung hat die Feuerwehr in der heutigen Zeit noch sehr viele andere Aufgaben übernommen. Bei der Feuerwehr Kehrig sind dies zum Beispiel, das herrichten des Martinsfeuers, Zugsicherung bei Festzügen, Parkplatzdienst bei größeren Veranstaltungen und Brandschutz bei Veranstaltungen in der Elztalhalle und vieles mehr. Die Hauptaufgabe der Freiwilligen Feuerwehr Kehrig ist aber trotzdem die Gewähr-leistung des Brandschutz in der Gemeinde Kehrig, welcher nur durch ständiges und intensives Üben der Wehrmänner geleistet werden kann. Der Übungskalender sieht durchschnittlich 10 bis 13 Übungen im Jahr vor. Die meisten Übungen werden sonntags um 9.00 Uhr durchgeführt. Zur Zeit hat die Wehr eine Stärke von 22 aktiven Feuerwehrmänner. Über den Zugang von interessierten Jugendlichen würden sich die Feuerwehrmänner sehr freuen. nach oben

Montag, 16. Dezember 2019

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